Matthäus 5, 13-16
Aktion: Kerze anzünden und unter den
Altar stellen.
Jesus sprach zu seinen Jüngern: "Ihr
seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit
soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man
es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid
das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt,
nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und
setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so
leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht
leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen."
Liebe Gemeinde,
Jesus traut es uns zu. Salz zu sein! Licht
zu sein! Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten. Jesus traut es
uns zu.
Haben Sie es vorhin nicht auch gedacht?
Wofür soll das gut sein? Eine Kerze unter dem Altar ?! Das
bringt doch gar nichts. Licht muss man doch sehen. Eine Kerze
stellt man auf den Tisch und man macht sie auf einem Leuchter.
Genauso sieht Jesus das auch. Und das erklärt er in der
bekannten Bergpredigt. Die Zuhörer sind wohl vor allem seine
Jünger, die er berufen hat. Denen sagt er es zu: Ihr seid das
Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt. Er traut es ihnen zu.
Er hat sie ausgewählt. Die Jünger hatten seinen Ruf gehört und
folgten ihm.
Sie sind heute hierher nach St. Petrus
gekommen. Vielleicht sind Sie neugierig oder Sie haben sich schon
lange bewußt entschieden. Ich denke, Jesus hat auch Sie gerufen,
berufen. Er traut es Ihnen zu. Ihr seid das Salz der Erde. Ihr
seid das Licht der Welt. Jesus möchte, daß Ihr Licht vor den
Menschen leuchtet, zu seiner Ehre. Jesus hat weder seine Jünger
damals noch Sie heute dazu berufen, dass Sie unscheinbar sind.
Jesus traut es uns zu: Wir sind wertvoll für ihn und für
unsere Mitmenschen. Wir sind das Salz der Erde. Salz gehörte
lange Zeit und auch zur Zeit Jesu zu den besonders wertvollen
Dingen. Etwas Seltenes, etwas Wohlschmeckendes, etwas
Veredelndes, etwas Schmackhaftes, nicht langweilig und ermüdend,
sondern die Würze in unserer Nahrung. Das hat damals jeder
verstanden. Deswegen bedient sich Jesus dieses Bildes. Er will,
dass seine Jünger, damals und heute, wertvoll sind. Es war
auch lange Zeit nicht selbstverständlich, dass man Tag und Nacht
Licht zur Verfügung hatte. Auch dieses Licht war wertvoll und
kostbar. So wir die Jünger in den Augen von Jesus wertvoll und
kostbar sind. Und Jesus will nicht, dass wir uns verstecken. Salz
und Licht muss unter die Leute, damit man es brauchen kann.
So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten,
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel
preisen.
Ich habe Ihnen eine Geschichte mitgebracht.
Diese Geschichte ist eher lustig, aber mit einem durchaus
ernstgemeinten Hintergrund. Sie dürfen auch schmunzeln.
Während einer
Zugfahrt unterhalten sich eine engagierte Christin und ein
Manager. Er begann mit harmloser Konversation und war schnell bei
seinem Beruf, offensichtlich seinem Lieblingsthema. Seine Firma
stellte Verpackungen für Zahnpastatuben her und er hatte gerade
ein neues Beschäftigungsmodell entwickelt, das dem Standort
Deutschland völlig neue Impulse geben würde. Die Frau war
beeindruckt, wie ein Mensch so von der Bedeutung seiner
Tätigkeit überzeugt sein konnte, ganz für eine Sache leben.
In diesem Moment
aber kam die Frage, die sie die ganze Zeit gefürchtet hatte:
Und was machen Sie so? Da kam der Heilige Geist über
die Frau. Sie setzte sich kerzengerade hin und lächelte: Ist
ja interessant, sagte sie, ich glaube, wir haben ganz
ähnliche Geschäftsinteressen. Wir haben gerade auch ein völlig
neues Konzept für den Standort Deutschland entwickelt.
Allerdings arbeiten wir weniger mit Verpackungen als mit Inhalten.
Wir wenden theologische Basisprinzipien an, um eine positive
Modifikation der Persönlichkeit unserer Klienten herbeizuführen.
Er hatte keine Ahnung, wovon sie redete, hätte das aber nie
zugegeben. Äh, irgendwie habe ich schon einmal davon
gehört, meinte er. Haben Sie ein Büro in Frankfurt?
Oh, wir haben mindestens eins in jeder Stadt. Von Alaska
bis Kasachstan. Wissen Sie: Die neuen Märkte sind für uns alte
Hüte. Ihm fiel die Kinnlade runter. Man sah richtig, wie
er sein Gehirn durchstöberte, um diese große Firma zu
identifizieren, über die er sicher schon mal in der FAZ gelesen
hatte. Tatsächlich arbeiten wir, fuhr die Frau fort,
auf internationaler Ebene. Unsere Führungsebene plant, bis
zum Ende der Geschäftsperiode mindestens ein Standbein in jedem
Land der Welt zu haben. Sie legte eine Kunstpause ein.
Haben Sie auch so etwas vor? Äh, nein, noch
nicht, stammelte er. Aber Sie haben Ihre
Führungsebene erwähnt. Wie machen die das? Es ist
ein Familienunternehmen. Es gibt einen Vater, einen Sohn und
einen ..., ja, einen guten Geist. Nun ja, die drei halten alles
am Laufen. Es muss ein Haufen Kapital im Spiel sein,
sinnierte er. Meinen Sie Geld? fragte die Frau,
ja, das nehme ich auch an. Niemand weiß genau, wie viel,
aber Geld spielt bei unserem Chef keine große Rolle.
Und die Mitarbeiter? fragte der Mann.
Oh, die
sollten Sie mal sehen. Sie haben einen ganz besonderen Geist, der
das Unternehmen prägt. Es läuft ungefähr so: Der Vater und der
Sohn gehen so liebevoll miteinander um, dass die Liebe sich auf
die Mitarbeiter überträgt und sie sich untereinander auch
lieben. Ich weiß, es klingt altmodisch, aber ich kenne Menschen
bei uns, die wären bereit, füreinander zu sterben. Wie ist das
bei Ihnen? Wir sind noch nicht so weit, sagte
der Mann und änderte seine Strategie: Sie haben sicher
gute Vergünstigungen?
Allerdings,
strahlte die Frau, ich habe eine Überlebensversicherung,
Alters- und Todesvorsorge, alles auf Kosten des Chefs. Und das
Beste: Er hat für mich ein großzügiges Appartement in einer
riesigen, tollen Wohnanlage reserviert, da kann ich einziehen,
wenn ich mit der Arbeit hier fertig bin. Äh,
sagte er verwirrt, wissen Sie, eins beschäftigt mich noch.
Ich lese viel, und wenn Ihr Unternehmen wirklich so ist, wie Sie
es beschreiben, warum habe ich dann noch nie davon gehört?
Eine gute Frage, sagte sie. Vielleicht lesen
Sie die falsche Zeitung. Immerhin blicken wir auf eine 2000 Jahre
alte Tradition zurück. Aber vielleicht möchten Sie sich uns
anschließen? Wir bieten Veranstaltungen an für Menschen wie Sie.
Menschen, die weiterkommen wollen. Weiterkommen, ja,
warf der Mann ein. Aber wohin?
Oh,
sagte die Frau, genau auf diese Frage haben wir uns
spezialisiert.
Ich finde, es
wird deutlich, was es heißt, Salz zu sein und Licht zu sein.
Zeugnis geben für Jesus, nicht in Wolkenkuckucksheim, sondern
gerade da wo man lebt. Dafür ruft uns Jesus. Und er traut es Dir
zu:
Du bist das Salz
der Erde, im Besuchsdienstkreis, im Altenheim, im Kirchenchor, Du
bist das Licht der Welt, im Kindergottesdienstteam, in der Schule,
in der Arbeit. Wo auch immer Du stehst und lebst.
Und das Beste ist:
Jesus traut es Dir zu!
So lasst euer
Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke
sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Amen
Und die Gnade
Gottes, welche höher ist als alle Vernunft, regiere unsere
Herzen, in Jesu Christ Namen